Es regt mich schon seit einigen Jahren auf - es gibt im gesamten deutschsprachigen Raum keine Möglichkeit, ein (natürlich nicht kostenloses) akademisches Fernstudium der Katholischen Theologie durchzuführen.
Die Gründe dafür sind mir absolut schleierhaft.
Der Würzburger Fernkurs ist kein akademischer Kurs, auch explizit nicht als solcher konzipiert (kein Bachelor-, Master- oder Magisterabschluß, keine Möglichkeit der Promotion etc.).
In den USA gibt es Dutzende Schulen, die so etwas anbieten, in Großbritannien geht das, in Frankreich auch - nur in Deutschland, Österreich (und der Schweiz?) nicht.
Wieso wird es akademisch vorgebildeten Menschen, die aus beruflichen und/oder familiären Gründen kein Präsenzstudium mehr machen können, verwehrt, ein anspruchsvolles Studium der Katholischen Theologie durchzuführen?
Warum sieht die Kirche hierzulande nicht die Notwendigkeit, den interessierten Laien - auch ganz ohne Anspruch oder Wunsch auf spätere Dienste bei der Kirche - eine bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen?
Wohin kann man sich wenden, damit sich da was tut?
Ich bin überzeugt, daß sich so ein Angebot finanziell tragen würde, bin überzegt, daß genug Interesse vorhanden ist.
Daß die Bischöfe hier sich schon einmal Gedanken gemacht haben, davon bin ich aber nicht überzeugt.
Felix Neumann meint:
18. September 2009Die Webseite von Felix Neumann
Das hat mich auch schon geärgert. Was mich in dem Bereich auch ärgert, ist die lieblose Umsetzung des Bologna-Prozesses: Der theologische Master ist nur auf den theologischen Bachelor zu setzen, und es scheint mir keinerlei Wille dazusein, die Chancen zu nutzen: Natürlich wird man kein Voll-Theologe mit einem Master in Religionsphilosophie oder Soziallehre — aber was wäre das für eine Chance, Juristen, Volkswirten, Ãrzten, die gar kein volles Studium in Theologie wollen, in zwei Jahren eine akademische Zusatzqualifikation zu ermögln.
Das wäre auch eine Chance, Menschen darin zu unterstützen, ihren Glauben im (gerade akademischen) Beruf einzubringen — nicht nut in der Praxis, sondern auch auf dem Wissensschatz der Theologie basiernd.
Elsa meint:
20. September 2009Die Webseite von Elsa
Ich verstehe es auch nicht. Man muss dann solche Umwege gehen wie sich in Edinburgh online immatrikulieren oder solche Sachen. Und es gibt auch noch einen Grund, warum ich es wichtig fände, ein solches deutsches Studium zu haben - bitte nicht lachen -, das würde vielleicht gerne von dem einen oder anderen Gefängnisinsassen genutzt? Ich kann mir das an der Stelle nämlich auch gut und sinnvoll vorstellen und dass da vielleicht auch Bedarf wäre.
Ralf meint:
20. September 2009Die Webseite von Ralf
Hallo Elsa.
Warum lachen? Denn Bedarf ist in der Tat da, obwohl ich nicht weiß, ob der nicht auch durch den Fernkurs zu decken wäre (auch wegen der Kosten). Es gab ja mal eine Doku (siehe hier) über einen verurteilten Mörder, der mit diesem Würzburger Fernkurs im Knast begann.
Ralf meint:
20. September 2009Die Webseite von Ralf
Doch die Frage bleibt: wohin kann man sich wenden und erhält kompetente Antwort? Ein Studienangebot im gesamten deutschsprachigen Raum wäre ja schon Mal ein Anfang …
Sollen wir eine Kampagne starten?
Maria Magdalena meint:
5. Oktober 2009Die Webseite von Maria Magdalena
Lieber Ralf,
zuständig wäre die DBK. Adresse laut Internet-Seite:
Kontakt
Deutsche Bischofskonferenz
Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Pater Dr. Hans Langendörfer SJ
Kaiserstraße 161
53113 Bonn
Telefon: 0228 103-0
Fax: 0228 103-299
sekretariat@dbk.de
Liebe Grüße,
Maria
(die Dich life und in Farbe schon mal bei einem kath.de-Treffen in D’dorf 2002 getroffen hat)
Ralf meint:
5. Oktober 2009Die Webseite von Ralf
Danke, Maria (echt? kennen wir uns?).
Ich habe auch schon einen Brief und eine Mail verschickt (wenn auch nicht an Pater Langendörfer SJ) und warte mal auf eine definitivere Antwort als die bislang erhaltene.
Katechesen für Erwachsene | fxneumann · Blog von Felix Neumann meint:
14. Oktober 2009Die Webseite von Katechesen für Erwachsene | fxneumann · Blog von Felix Neumann
[…] Bode hat völlig recht: Mit der Katechese, die es gibt, erreicht man Kinder und Jugendliche kaum. Allzu viele mit der Katechese Betraute bräuchten eigentlich selbst erst eine grundsätzliche Glaubensbildung – nicht unbedingt in der Glaubenspraxis, dafür umso mehr bei den Inhalten. Das zu erreichen kann schwierig werden: Es gibt zwar Möglichkeiten der Qualifikation für motivierte Katecheten (in meiner Diözese der Theologische Kurs, bundesweit durch den Würzburger Fernkurs), die aber extrem hochschwellig sind (und gleichzeitig gibt es kein theologisches Fernstudium!), während vor Ort in den Gemeinden die Predigten allzu oft nicht besonders katechetisch sind und die örtlichen Bildungswerke sich größtenteils mit allgemeinen ethischen und gesellschaftlichen Modethemen beschäftigen. […]
Robert Johann KRCMAR meint:
19. März 2010Die Webseite von Robert Johann KRCMAR
Als ehemaliger Katholik und jetzt Angehöriger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), habe ich ein gesteigertes Interesse an einem berufsbegleitenden Studium der kath. Theologie. Es würde mich ausserordentlich freuen, wenn darin anerkannte Abschlüsse möglich wären.
Erfahrungsgemäss gilt in unserer Gesellschaft nicht eine irgendwie erworbene Kompetenz in einem Fachgebiet, sondern meist ausschließlich ein anerkannter akkademischer Grad; leider. Gerade und trotz dieser Situation begründet sich mein Interesse daran.
Robert J. Krcmar, Dipl.-Finanzwirt
bengoshi meint:
10. Januar 2012Die Webseite von bengoshi
danke für den Beitrag. Das ist mir auch unverständlich. Der Kurs in Würzburg ist zwar spannend, aber ich mich würde es auch an eine Hochschule ziehen. Hat denn schon mal jemand überlegt, ggf. in England oder den USA zu studieren? Wie schaut es dann mit der Anerkennung aus?